Diagnose und Früherkennung
Der Verlust der Nierenfunktion nimmt oft einen schleichenden Verlauf und ist schmerzlos. Deshalb werden Erkrankungen der Niere nicht selten erst spät erkannt.
Nimmt eine Nierenerkrankung einen chronischen Verlauf, kann dies mit einem Versagen der Nierenfunktion enden. Dies führt zu einer stetigen und langsamen Vergiftung des Körpers, weil die Schadstoffe nicht mehr ausgeschieden werden können. Unbehandelt verläuft eine Niereninsuffizienz innerhalb kürzester Zeit tödlich. Nur durch eine Dialyse kann in diesem Fall der lebensbedrohliche Zustand abgewendet werden.
Im Vorfeld der Erkrankung gibt es einige Anzeichen, die auf eine Beeinträchtigung der Nierenfunktion hindeuten können. Beachtet werden sollten heftige Rückenschmerzen mit einer Ausstrahlung in Richtung Blase, Verfärbungen oder Trübungen des Harns, aber auch ein unangenehmer Geruch oder schäumender Urin. Ebenso können ein gehäufter nächtlicher Harndrang oder nur geringe Ausscheidungen auf eine Funktionsstörung der Nieren hindeuten. Wird dies zusätzlich von Fieber begleitet, ist Vorsicht geboten. Erhöhter Blutdruck und Schwellungen an den Knöcheln sind in diesem Zusammenhang ebenfalls Hinweise für geschädigte Nieren. Die Schwellungen (Ödeme) sind deutlich sichtbar an den Fußgelenken und Füßen. In den Zellzwischenräumen sammelt sich Wasser – ein Zeichen dafür, dass der Körper nicht ausreichend Wasser ausscheidet.
Die Symptome werden oftmals nicht beachtet
Leider werden Symptome, die an den Ausscheidungsorganen auftreten, oftmals verharmlost und vom Patienten nicht oder erst sehr spät beachtet und ein Arzt aufgesucht. Dies kann für die Nierenfunktion ernsthafte Folgen haben. Sind die Nieren bereits stark in Mitleidenschaft gezogen, stellt sich eine allgemeine Schwäche ein, begleitet von einer blassen/grauen Haut, Atemnot, Juckreiz, starkem Mundgeruch und Erbrechen. All dies deutet auf eine beginnende Vergiftung hin, mithin auf eine stark geschädigte Niere.
Früherkennung ist ein wichtiger Faktor
Der Mensch ist mit zwei Nieren ausgestattet und auch mit einer Niere überlebensfähig, jedoch betrifft eine Nierenerkrankung in der Regel beide Organe. Um so wichtiger ist es, eine mögliche Schädigung frühzeitig zu erkennen. Sind in der Familie des Patienten bereits Nierenerkrankungen – aber auch Diabetes oder Hypertonie – bekannt, sollte das Blut auf einen erhöhten Wert von Zucker und Kreatinin geprüft werden. Gleichzeitig kann eine Harnuntersuchung auf Zellen, Bakterien, Eiweiß und Zucker Hinweise auf eine Störung geben.
Auch kann ein stark erhöhter Blutdruck auf Dauer die Niere so stark belasten, dass eine Dialyse unvermeidlich wird. Es hat sich aber gezeigt, dass ein medikamentös richtig eingestellter Blutdruck in fast 99 Prozent der Fälle den Patienten vor einer Niereninsuffizienz bewahren kann.
Diabetiker besonders gefährdet
Bei einem Drittel der Diabetiker treten ebenfalls schwere Nierenschäden auf, die teilweise nur durch eine Dialyse zu behandeln sind. Früherkennung kann auch hier helfen, denn findet sich im Harn des Diabetikers ein nur leicht erhöhter Eiweißwert, deutet dies auf eine ernste Fehlfunktion hin. Grundsätzlich gilt, dass ein richtig eingestellter Blutzuckerwert einen Nierenschaden oftmals abwenden kann. In Kombination mit einem niedrigen Blutdruck fällt die Wahrscheinlichkeit einer Schädigung der Nieren nochmals.
Christian Wolf
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