Entstehung – Funktionen der Niere
Ein chronisches Nierenversagen kann eine Vielzahl von Gründen haben. Neben angeborenen Nierenerkrankungen führen erworbene – zum Teil auch vermeidbare – Ursachen zum Nierenversagen. Häufig sind Abwehrreaktionen gegen körpereigene Zellen (Glomerulonephritis) ein Grund, aber auch z. B. Folgen der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), deutliches Übergewicht und ein erhöhter Blutdruck (Hypertonie) sowie eine Gefäßverkalkung (Arteriosklerose).
Häufige Nierenbeckenentzündungen können das Nierengewebe belasten und eine Langzeitmedikation mit Schmerzmitteln kann das Nierengewebe nachhaltig schädigen oder gar ganz zerstören. Auch eine ganze Reihe hochwirksamer Antibiotika können eine nierenschädigende Wirkung haben.
Die Niere im Detail
Die Nieren sind für den Menschen eine Hochleistungsfilteranlage, täglich werden sie von mehr als 1500 Litern Blut durchströmt und somit gehören die Nieren zu den am stärksten durchbluteten Organen des menschlichen Organismus. Sie reinigen das Blut von Stoffwechselabfällen, Salzen und vor allem von wasserlöslichen Giften, scheiden Harnstoff, Kreatinin und Harnsäure aus. Aber nicht nur diese lebenswichtigen Aufgaben übernehmen die Nieren.
Sie steuern den Salz-, Säure-, und Wasserhaushalt. Zudem bilden sie lebenswichtige Hormone, Aminosäuren, Glukose und stellen aktive Vitamin-D-Hormone zur Verfügung, die für den Knochenstoffwechsel und zur Kalziumaufnahme im Darm notwendig sind. Auch regulieren die Nieren maßgeblich die Blutbildung, sind aber auch am Abbau von körpereigenen Hormonen – wie beispielsweise Insulin – beteiligt.
Die Nieren liegen rechts und links der Wirbelsäule. Die rechte Niere unterhalb der Leber ist etwas kleiner als die unter der Milz liegende linke Niere. Die Oberfläche der Niere ist glatt und rötlich, sie ist eingekapselt in ein festes Gewebe und darin umgeben von einer dünnen Fettschicht, die vor Wärmeverlust schützt.
Die Funktion der Niere
Die Niere selbst besteht aus bis zu einer Million kleinster Nierenkörperchen. Diese Nierenkörperchen transportieren und verarbeiten den gefilterten Harn. Nur unter dem Mikroskop sind die winzigen Gefäße und Harnkanälchen zu erkennen. Der eigentliche Filterprozess findet hier statt. Abgeleitet vom griechischen ‘nephros’ für Niere werden diese Nierenkörperchen Nephrone genannt.
Der Harn wird in den Nephronen aus dem Blut abgetrennt. Im Gegensatz zu allen anderen Gefäßen besitzen die Nephrone wasserdurchlässige Poren, die alle Schadstoffe des Körpers filtern. Die Poren sind so klein, dass sie die Schadstoffe durchlaufen lassen, nicht aber größere Stoffe wie Eiweiße, Vitamine oder Blutzellen. Über 150 Liter sog. Primärharn werden auf diesem Weg pro Tag gebildet.
Bevor der Harn allerdings in die Blase fließt wird er in den Harnkanälchen der Nephrone so konzentriert, dass nur noch rund ein Prozent des Primärharns in die Blase gelangt und als sogenannter Sekundärharn (Urin) ausgeschieden wird.
Die Nieren sorgen u. a. dafür, dass der Salz- und Wasserhaushalt im Gleichgewicht bleiben, gleichen aus, wenn beispielsweise einmal mehr oder einmal weniger Flüssigkeit aufgenommen wurde und passen die Urinproduktion der Trinkmenge an.
Christian Wolf
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