Dialysetherapie und Ernährung
Die Dialyse übernimmt bei einem vollständigen Versagen die Funktionen der Nieren. Aber im Gegensatz zu zwei gesunden Nieren arbeitet die Dialyse nur vier bis fünf Stunden an drei Tagen in der Woche, während die Nieren rund um die Uhr an sieben Tagen der Woche im Einsatz sind.
Obwohl die Dialyse über Jahre und Jahrzehnte hinweg als Nierenersatzverfahren eingesetzt werden kann, sammeln sich über diese Zeit Giftstoffe, die nicht oder nur unzureichend entfernt werden können.
Ermüdungserscheinungen, Muskelschwäche, Knochenbrüche, empfindliche Haut und Juckreiz , Impotenz, Unfruchtbarkeit und viele weitere Probleme können auftreten.
Um die Wirkung der Dialyse zu unterstützen, muss der Patient die Ernährung seiner Situation anpassen. Besonders der Flüssigkeitshaushalt muss stetig im Auge behalten werden. Menschen ohne Einschränkung der Nierenfunktion haben einen täglichen Flüssigkeitsbedarf von rund drei Litern. Beim Dialysepatienten wird der Wasserhaushalt über Schweiß, Atmung, Stuhlgang und eine verminderte Urinmenge reguliert.
Der Flüssigkeitshaushalt ist ein wichtiger Faktor
Nimmt der Patient zuviel Flüssigkeit zu sich, bilden sich Ödeme. Steigt der Wassergehalt im Blut, erhöht sich der Blutdruck und führt zu weiteren Komplikationen im Herz- und Kreislaufsystem. Besonders gefährlich sind Ödeme in der Lunge oder im Herzbeutel, die sich durch Atemnot und Husten bemerkbar machen.
In der Regel sollte der Dialysepatient bis zu 0,8 Litern an Flüssigkeit zu sich nehmen, dies entspricht seiner Urinmenge pro Tag. Überschüssige Flüssigkeit wird zwar auch während der Dialyse entzogen, aber ist begrenzt auf höchstens 0,5 Liter in der Stunde, da es sonst zu einem Kreislaufversagen kommen kann.
Zur Trinkmenge addiert sich auch die mit den Nahrungsmitteln aufgenommene Flüssigkeit. Obst, Suppen, aber auch Milchspeisen enthalten bis zu 90 Prozent Wasser. Nur durch eine Einschränkung der Trinkmenge kann das Gleichgewicht zwischen Flüssigkeitszufuhr und Verlust ausgeglichen werden. Viele Dialysepatienten klagen deshalb über Durstgefühle. Peritonealdialysepatienten können den Wasserhaushalt über den Glukosegehalt besser regulieren und haben deshalb weniger Einschränkungen.
Dialyse – Eine Ernährungsumstellung ist notwendig
Generell sollte der Dialysepatient – in Absprache mit dem behandelnden Arzt – seine Ernährung anpassen. Die Niere verliert die Fähigkeit, Kalium auszuscheiden, der Kaliumgehalt im Blut steigt an und führt zu Herzrhythmusstörungen. Bei der Dialyse kann Kalium nur in begrenzt entfernt werden. Gleiches gilt für Phosphat, das auch bei der Dialyse nicht ausreichend ausgefiltert werden kann. Ein zu hoher Phosphatwert verursacht unter anderem Schmerzen in den Knochen und Muskeln, kann Hautirritationen hervorrufen und entkalkt die Knochen, was zu Knochenbrüchen führen kann.
Eine eiweißarme Kost kann den Beginn einer Dialyse verschieben, ist also nur vor Beginn der Dialysetherapie sinnvoll, da mit einsetzender Dialyse auch die Eiweißbaustoffe entfernt werden. Alle Fragen bezüglich der Ernährung und der erforderlichen Flüssigkeitszufuhr müssen mit dem Arzt abgestimmt werden. Eine gesunde und schmackhafte Ernährung ist auch für den Dialysepatienten möglich, wenn die Einschränkungen mit dem Arzt geklärt sind.
Christian Wolf
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